Bad Tölz

Schockanrufer schlagen zu - Polizei mahnt zur Vorsicht -

SÜDLICHES OBERBAYERN. Eine Seniorin aus Bad Tölz wurde am Donnerstag, 27.03.2014, das Opfer von russischsprachigen Schockanrufern. Mit einer erlogenen Geschichte erleichterten die dreisten Betrüger die Frau um einen fünfstelligen Eurobetrag. Auch aus Schongau und Garmisch-Partenkirchen wurden solche Betrugsversuche gemeldet. Die Polizei warnt erneut vor dieser Masche und bittet um sofortige Mitteilung, sollte jemand angerufen werden.

Das Phänomen ist inzwischen bundesweit bekannt: Ein im Ausland sitzender „Disponent“ ruft hier bei älteren, russischstämmigen Personen an und gibt sich mit verstellter Stimme als naher Verwandter oder als Rechtsanwalt, Polizist oder Arzt aus, der sich um diesen bemüht. Vorgegaukelt wird ein schlimmer Vorfall, wegen dem sofort viele Tausend Euro zur Schadensregulierung benötigt würden. Geht der Angerufene darauf ein, erscheinen wenig später bereits die in die Gegend gelotsten Abholer an der Haustüre und nehmen - meist wortlos - das Geld in Empfang.

Und genau so lief es auch am gestrigen Donnerstag ab. Eine aus Russland stammende Seniorin wurde am frühen Nachmittag von einem unbekannten Mann angerufen. Auf russisch erklärte dieser, dass die Tochter der Frau einen Unfall verursacht habe, bei dem ein kleines Kind verletzt worden wäre. Für die notwendige Operation des Opfers müssten nun die Kosten übernommen werden. Um die Dramatik noch zu steigern, flehte im Hintergrund die angebliche Tochter um Hilfe. Noch während des laufenden Telefonats klingelte es an der Wohnungstüre und ein Mann holte mehrere Tausend Euro in bar ab. Nur wenige Minuten später rief der Unbekannte erneut an und forderte mehr Geld, weil die Operation des Kindes teurer als gedacht käme. Wieder zahlte die Seniorin und gab dem selben Abholer Bargeld, insgesamt einen fünfstelligen Betrag. Natürlich stellte sich danach heraus, dass sie Betrügern aufgesessen war. Auch aus Schongau und Garmisch-Partenkirchen wurden gestern solche Schockanrufe gemeldet. Dabei kam es aber nicht zur Übergabe von Geld.

Die Weilheimer Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen in diesem Fall und warnt vor solchen Betrügereien:
Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen!
Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis!
Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache!
Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen!
Informieren Sie unter der Notrufnummer 110 sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt!
Warnen Sie bitte ihre Eltern, Großeltern, Onkels oder Tanten, dass sich „falsche“ Kinder, Enkel, Nichten oder Neffen melden könnten!



Polizei Bad Tölz | Bei uns veröffentlicht am 28.03.2014


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